plastikwahn

Fux auf der Strasse

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12. Oktober 2019 | Fux

Momentan lässt mich ein Thema nicht mehr los. Vielleicht erreiche ich mit meinem Beitrag ja ganz viele Leute, umso besser. Vielleicht erreiche ich nur wenige, auch schon gut. Vielleicht werde ich belächelt, mir egal. Aber vielleicht gibt es ja unter euch auch welche, die genauso denken wie ich und genau wie ich auch etwas verändern wollen. Ich rede von den extremen Plastikabfallbergen. Nicht wie in meinem letzten Blogbeitrag über das Plogging, was zwar auch absolut notwendig ist, jedoch gar nicht erst ein so grosses Problem wäre, würden die gängigsten Lebensmittelläden nicht alles und jedes einzelne mini mini Teilchen nochmals und nochmals in Plastik einpacken, einschweissen, vakuumieren usw.

Seit ich die Dokumentation „Das Jenke Experiment – Das Plasik in mir: Wie der Müll uns krank macht“ auf RTL gesehen habe, bin ich nicht nur sensibilisiert. Bereits davor verzichtete ich zu 99% auf Plastiksäcke, nehme meinen Stoffsack immer mit oder einen grossen Rucksack. Ich bin überempfindlich. Mir wird halb schlecht, wenn ich in der Migros, im Coop, Lidl, Denner oder wo auch immer bin. Ich sehe nur noch Plastik, Plastik, Plastik. Ich kann nicht mehr einkaufen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Und dabei denke ich, dass eigentlich diese Konzerne ein schlechtes Gewissen haben müssten. Die, die uns dieses Plastik vorsetzen, uns gar keine andere Wahl lassen, als diese Plastikeingepackten Produkte zu kaufen. Die, die die Macht hätten, etwas zu ändern. Die, für die es viel einfacher wäre, umzustellen und auf viel Plastik zu verzichten. Aber nein. Es liegt an uns und der altbekannte Kampf gegen die Windmühlen.

Tipp: Schaut euch diese Doku unbedingt an! Ich kann hier leider nicht auf alles eingehen, aber wer das gesehen hat, wird mich verstehen. Nebst den Plastikbergen, die man sehr gut sehen kann beschäftigt sich Jenke auch mit dem Mikroplastik, der zum Beispiel durch Shampoo ins Meer und nie wieder da raus kommt und damit mit dem Mikroplastik in unseren Körpern. Nicht nur in Deutschland ist das Thema Plastik und Abfall sehr präsent! Sondern weltweit.

Viele möchten bequem einkaufen gehen. Und das möchte ich auch. Es gibt nichts, was mich mehr nervt, als nach Feierabend noch von Pontius zu Pilatus (wäre zwar nicht all zu weit..) zu reisen, um meine zwei drei Sachen für das z’Nacht zu organisieren. Ich möchte auf dem Heimweg in irgend einen Laden gehen, wo ich weiss, dass es das hat, was ich will. Ich bin eben auch ein Gewohnheitsmensch und bin froh, wenn ich auch irgendwann nach Hause komme. Vielleicht bin ich irgendwann mal Starbloggerin und kann von zu Hause aus arbeiten und in ausgewählte plastikfreie Geschäfte pilgern, die Stunden von mir weg liegen. Aber bis es soweit ist, muss ich mir ernsthaft Gedanken über meinen Konsum machen. Denn so wie es jetzt ist, geht es einfach nicht mehr weiter. Auch wenn es der geringste Weg vom Widerstand ist und die inneren Schweinehunde sich dagegen sträuben, weil sie doch den Aufwand scheuen.

Wie soll ich das aber bloss schaffen, wenn ich trotzdem ein modernes, unkompliziertes Leben führen möchte und mich nicht (gross) einschränken will?

Tja an diesem verzweifelten Punkt bin ich nun angelangt und habe recherchiert, wie immer. Das Internet ist halt nicht nur gut für Instagram und Youtube. Ich bin überrascht. Zwar nicht gleich an jeder Ecke, aber doch in machbaren Distanzen gibt es tatsächlich Lebensmittelgeschäfte, die verpackungsfrei sind. Es gibt sogar – und jetzt Achtung – eine Webseite, auf der man die Standorte dieser Geschäfte ermitteln kann, ohne dass man das ganze Internet durchkämmen muss nach Informationen. Ist das nicht genial? Es gibt also tatsächlich Leute, die bereits vor mehreren Jahren das Problem erkannt, sich damit auseinandergesetzt haben und eine Lösung fanden. Danke dafür.

Nachhaltig leben. Dieses „Gebot“ gilt natürlich nicht nur für den Verschleiss von Plastik. Es gibt noch ganz viele andere Themen:

Wie kann man Zuhause richtig Recyceln? – zu diesem Thema gibt es zu einem späteren Zeitpunkt einen Blogbeitrag
Wie viele Tupperdosen brauche ich? – Keine. Nimm alte Konfigläser
Wäre Glas oder Bambus eine Alternative?
Was gibt es sonst für Alternativen zu Plastik im Haushalt?

Und was kann man selber nun tun? Wer nicht gleich auf alles verzichten will, keine Sorge. Kann ich verstehen. Geht mir auch so und ist auch nicht ganz einfach.

Wer wirklich etwas machen will, der nimmt als erstes einmal vorhandene Papiertragetaschen mit zum Einkaufen und verzichtet damit komplett auf die Plastiktüten. Das gilt übrigens auch oder vor allem für die Plastiksäcke in Kleidergeschäften. Auch „Papiertaschen“ sind dort oft plastifiziert. Alternativen sind ebenfalls Stofftaschen.

Achtet bei kosmetischen Produkten oder Hygieneartikeln darauf, ob es schädliche Inhaltsstoffe oder Palmöl hat. Das könnt ihr ganz einfach mit einer App zum Beispiel Code Check oder ToxFox. Darin befindet sich oft Mikroplastik, der direkt ins Wasser geht. Das gilt übrigens auch für Spülmaschinentabs und Waschmaschinenpulver.

Kauft nur Kleidung, wenn ihr sie wirklich auch braucht und achtet auf eine gute Qualität, denn so halten sie länger. Zur Info: Zur Herstellung eines Baumwollshirts braucht es ca. 6000 Liter Wasser.

Sucht euch einen Verpackungsfreien Laden, um dort einzukaufen. Auch wenn ihr nicht jedes Mal darauf achten könnt, könnt ihr es vielleicht jedes zweite oder dritte oder vierte Mal. In Ebikon gibt es zum Beispiel das Restessbar. Schaut euch das an. Ebenfalls gibt es in der Stadt das Quai4, das sich mit genau diesem Thema auseinandersetzt.

Recycelt euren Müll. Das heisst, trennt auch den Müll, den ihr in euren normalen Haushaltsabfall werft, also separiert Plastikjogurtbecher vom Aludeckel und dem Karton aussen rum, oder schneidet den Plastikverschluss vom Tetrapack. Nur so kann auf der Müllhalde der Plastik vom anderen Müll getrennt und wieder verwendet werden. Ein Keinaufwand, um etwas gegen den Plastikwahn zu unternehmen.

Danke euch schon jetzt!

Grüsse von der Müllhalde
ausgefuxt

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